Unternehmen

Die Osthannoversche Eisenbahnen AG entstand 1944 aus der Fusion der Kleinbahnen in der Lüneburger Heide. Von den Vorgängerbahnen wurden der Fahrzeugpark und die Verkehrsleistungen übernommen. Dazu zählte auch der Personenverkehr. Bis 1977 wurde dieser komplett eingestellt.

Zum Unternehmen der OHE gehören neben dem Betrieb auf der Schiene auch Bus- und Speditionsbetriebe wie der Kraftverkehr Osthannover GmbH (KOG) und der Verkehrsbetrieb Osthannover (VOG). Anteile von 61 Prozent hält sie am Kraftverkehr Celle Stadt und Land GmbH (KVC).

Unter dem Namen Kraftverkehr Osthannover betreibt sie einen Speditionsbetrieb welcher sowohl im Nah- und Fernverkehr erhebliche Bedeutung hat. Dadurch konnten auch Kunden die nicht mehr auf die Schiene setzten, im Unternehmen der OHE gehalten werden.

Zum Konzern der OHE gehörte auch die Steinhuder Meer-Bahn (StMB). Dort ging der Betrieb nach der Auflösung der StMB im März 2000 ganz auf die OHE über. Auf der 6,2 km langen Strecke der StMB von Wunstorf nach Bokeloh sorgt ein in Bokeloh angesiedeltes Kaliwerk für erhebliches Güteraufkommen. Die Wagen werden im Bahnhof Wunstorf an Railion übergeben und von dort als Ganzzug nach Hamburg Hohe Schaar gefahren.

Zwei Jahre später, zum 01.03.02 ging auch der Bahnbetrieb der Werkbahn Wolff Walsrode AG ( Strecke Walsrode – Bomlitz ) auf die OHE über. Hier werden inzwischen die Wagen von der Werkbahn in Walsrode an Railion übergeben und direkt über die Heidebahn nach Hannover abgefahren. Für die Rangierarbeiten im Industriepark Wolff wurde die in Soltau stationierte OHE-Lok an Montag bis Freitag als Lokfahrt zugeführt.

Im Januar des Jahres 1995 übernahm die OHE die Betriebsführung der Rinteln-Stadthagener Verkehrsgesellschaft (RStV). Sie wurde am 01.10.1994 aus der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn gegründet, deren vorherige Besitzer (AGIV Stuttgart) sie aus Rentabilitätsgründen stilllegen wollten. Der Güterverkehr auf dieser Strecke ging seit Gründung der RStV drastisch zurück. Nachdem die Glasfabrik Heye in Obernkirchen nichtmehr per Bahn bedient wurde, verblieb nur noch der Steinbruch in Steinbergen als großer Güterkunde der RStV. Zum Einsatz kam auf dieser Strecke planmäßig eine Lokomotive des Typs G 1205 BB die im Nummernschema der OHE als 1500 05 bezeichnet ist. Als Ersatzlokomotiven kamen zeitweise auch Loks der OHE auf die Strecke der RSTV. Aufgrund des geringen Frachtaufkommens auf der RStV kam das Fahrzeug im letzten Betriebsjahr auch leihweise bei der Mindener Kreisbahnen GmbH zum Einsatz. Außerdem befährt die DEW mit Sitz in Rinteln an Wochenenden mit ihrem Museumszug und einer Lok der Baureihe 52.80 diese Strecke. Aufgrund der stark gefallenen Transportmengen wurde der Betrieb auf der RStV zum 30.06.2007 eingestellt. Zuletzt fanden nur noch sporadisch Holztransporte im Einzelwagenverkehr von Rinteln oder Nienstädt statt. Der in Steinbergen ansässige Steinbruch, der einst für erhebliches Frachtaufkommen sorgte, wurde seit geraumer Zeit nichtmehr angefahren. Der letzte unter Eigenregie gefahrene Holzzug verkehrte am 19.06.2007 von Rinteln nach Stadthagen. An diesem Tag wurde auch die zuletzt auf der RStV eingesetzte OHE 120072 zurück nach Celle überführt. Die Infrastruktur der Strecke soll zunächst noch bis zum Jahr 2009 vorgehalten werden, so daß theorethisch weitere Fahrten möglich bleiben. Die Betriebsführung durch die OHE endete am 31.12.2009. Inzwischen wurde der Förderverein Eisenbahn Rinteln - Stadthagen (FERST) gegründet, der sich für den weiteren Erhalt der Strecke einsetzt.

Seit Dezember 2005 ist die OHE als Anteilseigner an der metronom Eisenbahngesellschaft mbH beteiligt. Mit Fahrzeugen der Baureihe 146 der Landesnahverkehrsgesellschaft werden Regional-Express Verkehre von Hamburg nach Bremen sowie über Uelzen bis Göttingen durchgeführt. Von Dezember 2007 bis Dezember 2017 wird auch die Strecke Hamburg – Cuxhaven durch den metronom bedient. Zum Einsatz kommen hier dieselelektrische Fahrzeuge der Baureihe 246 ebenfalls mit Doppelstockgarnituren. Die Wartung der Fahrzeuge erfolgt im Betriebswerk in Uelzen, wo eine OHE Lok für die Verschubarbeiten vorgehalten wird. Die Unterhaltung der Diesel-Garnituren soll in Zusammenarbeit mit der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH in Bremervörde erfolgen.

Zum 01.01.2007 übernahm die neu gegründete Arriva-Bachstein GmbH die Aktienmehrheit an der OHE. Das Verkaufsverfahren wurde im Juli 2006 durch das Land Niedersachsen eröffnet. So gingen die Anteile des Landes Niedersachsen, des Bundes und der DB Regio AG an Arriva-Bachstein über. Bis auf den Landkreis Harburg, der seine Anteile veräußert hat, sind die Kommunen weiterhin an der OHE beteiligt.

Im März 2011 wurde die Arriva-Bachstein GmbH in NETINERA Bachstein umbenannt. Zuvor war es zu einer von der EU-Kartellbehörde beschlossenen "Umverteilung" der Besitzrechte gekommen. Schlussendlich gehört die OHE jetzt als 85%iger Bestandteil der NETINERA zur italienischen Staatsbahn FS Italiane.

Seit Dezember 2011 ist die OHE mit einer weiteren Gesellschaft im Personenverkehr aktiv. Die Gegründete erixx GmbH mit Sitz in Soltau bedient das Heidekreuz - die kreuzförmige Strecke zwischen Hannover und Buchholz in Nord-Süd Richtung und Bremen - Uelzen in Ost-West Richtung mit dem Knotenpunkt in Soltau. Im Dezember 2012 erhielt die erixx den Zuschlag für ein weiteres Los der LNVG im Ausschreibungswettbewerb: Seit Dezember 2014 fährt das Unternehmen auf den Strecken Hannover – Hildesheim – Bad Harzburg, Braunschweig – Goslar / Bad Harzburg, Braunschweig – Uelzen und Lüneburg – Dannenberg.

In Celle und Bleckede betreibt die OHE zwei Eisenbahnbetriebswerkstätten, in denen umfangreiche Arbeiten durchgeführt werden können. Diese Werkstätten sind anerkannt und u.a. vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zertifiziert. Für OHE-eigene Fahrzeuge und Dritte werden hier auch Hauptuntersuchungen nach EBO § 32 und Bremsrevisionen eigenständig ausgeführt.

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